Sehenswürdigkeiten in Travemünde

Travemünde wird gerne als „Lübecks schönste Tochter“ bezeichnet. Das Seebad wurde 1187 gegründet und bekam 1204 seinen ersten Hafen. Seit 1913 ist das Seeheilbad offiziell ein Stadtteil von Lübeck.

Viermastbarg „Passat“
Das ehemalige Schulschiff „Passat“ ist das Wahrzeichen Travemündes. Die „Passat“ ist im Jahre 1911 bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut worden. Sie ist 115 Meter lang und 14,3 Meter breit, der Tiefgang beträgt bei voller Ladung 7 Meter. Bei einer Masthöhe über Wasser von 56 Metern beträgt die Segelfläche 4600 Quadratmeter. Neben 36 Besatzungsmitgliedern kamen 50 Auszubildende hinzu. Die „Passat“ ist das letzte Frachtsegelschiff, das um Kap Horn segelte.
Die Hansestadt Lübeck kaufte die „Passat“ im Jahre 1959 und baute sie zum Museumsschiff aus. Die „Passat“ kann an ihrem Liegeplatz am Priwallhafen besichtigt werden.

Alter Leuchtturm
Der Alte Leuchtturm ist ein 31 Meter hoher Backsteinbau aus dem Jahr 1539 und damit der älteste Leuchtturm Deutschlands. Er wurde im Jahre 1972 außer Dienst gestellt und wird seither vom Leuchtfeuer ersetzt, das sich auf dem 110 Meter hohen Maritim-Hotel befindet.
Seit 1922 gilt der Leuchtturm als technisches Kulturdenkmal. Heute kann der Leuchtturm, in dem sich auch ein Museum mit maritimen Erinnerungsstücken befindet, besichtigt werden.

Strandpromenade und Kaiserallee
Die Strandpromenade von Travemünde wurde in den letzten Jahren aufwendig umgestaltet. Sie lädt ein zu einem Spaziergang und zum Verweilen. Von den vielen Sitzgelegenheiten aus bietet sich ein herrlicher Blick auf das Treiben am Strand und auf dem Wasser.
Der Strand ist etwa 3,5 km lang und auf der Höhe der Hafeneinfahrt 250 m breit. In den Sommermonaten stehen viele Strandkörbe bereit, um die Sonne und das Strandleben in Ruhe genießen zu können.
Parallel zur Strandpromenade verläuft die Kaiserallee, deren Name an die Besuche von Kaiser Wilhelm II erinnert. Vor vielen Jahren wurde eine Allee aus Linden gepflanzt, die noch heute die Straße mit Hotels, Pensionen und Gaststätten säumt.

Brodtener Steilufer und Hermannshöhe
Ein Spaziergang oder eine Radtour auf dem Brodtener Steilufer bis zur Hermannshöhe oder weiter in Richtung Niendorf lohnt sich. Am Ende der Strandpromenade bei der Badeanstalt „Möwenstein“ führt ein Weg durch einen Buchenwald auf das Steilufer. Der Weg folgt einfach der Küste. Von hier bietet sich ein herrlicher Blick über die Lübecker Bucht bis nach Mecklenburg. Segelboote, Ausflugsdampfer, Fracht- und Fährschiffe beleben das Bild. In den Biegungen ist an den Abbruchkanten gut zu erkennen, wie die Ostsee sich Stück für Stück vom Land zurückholt. Auf der Hermannshöhe kann man im gleichnamigen Restaurant einkehren und sich für den weiteren Weg stärken.

Priwall
Der Priwall ist eine von Mecklenburg aus in die Lübecker Bucht ragende Landzunge. Durch die deutsch-deutsche Grenzziehung nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie von Mecklenburg und somit von der DDR abgetrennt. Der Priwall bietet durch einen flachen Vorstrand ideale Bademöglichkeiten für Kinder. Die Landschaft ist durch Dünen geprägt.
Der Priwall ist das ganze Jahr hindurch mit einer Autofähre zu erreichen, die von der Vorderreihe aus verkehrt. Mit dem Fahrrad kann man von hier aus einen Abstecher in das Naturschutzgebiet im Süden der Landzunge starten und die vielen Vögel beobachten, die hier leben. Nach Norden hin führt der Radweg weiter durch die herrliche Dünenlandschaft immer entlang der Küste über Groß Schwansee bis ins Ostseebad Boltenhagen. In Groß Schwansee lohnt ein Abstecher zu der gleichnamigen Schlossgut-Anlage, die nur 300 Meter von der Ostsee entfernt liegt und durch eine ebenso lange Lindenallee erreichbar ist. Das Schlossgut „Groß Schwansee“ wurde im 18. Jahrhundert im barocken Stil errichtete und im klassizistischen Stil umgebaute. Das Herrenhaus dient seit 2004 als Hotel und Tagungszentrum.
Auf der Höhe der Viermastbark „Passat“ an der Nordermole wartet in den Sommermonaten eine Personenfähre darauf, die vielen Besucher auf den Priwall zu bringen.
Im Priwallhafen befindet sich außerdem die „Ostseestation Priwall“ (Hausnummer 10). Angucken, fühlen, füttern und Fragen stellen gehört hier zum Programm. Die Bewohner der Ostsee wie Seestern und Strandkrabbe können hautnah erlebt werden.

Fischereihafen
Im Fischereihafen, der direkt am Weg von der Ferienwohnung "Hafen zur Ostsee" zur Vorderreihe liegt, kann man fangfrischen Fisch direkt von Bord genießen. Außerdem lädt eine abwechslungsreiche Gastronomie zum Verweilen ein.

Vorderreihe
Die Vorderreihe lädt zum Bummeln und Flanieren ein. Die Geschäfte sind in der Hauptsaison auch sonntags geöffnet.
Die Alte Vogtei sticht in der Vorderreihe (Hausnummer 7) besonders ins Auge. Hier residierte der Lübecker Vogt, der den Fischerort an der Mündung der Trave im Auftrag des Rats verwaltete. Auffallend ist das imposante spätbarocke Portal.

Jahrmarktstraße und Torstraße
In der Jahrmarktstraße steht das älteste Haus Travemündes. Das Haus mit der Nummer 13 wurde vermutlich gegen Ende des 16. Jahrhunderts als typisches Fischerhaus gebaut.
Läuft man die Jahrmarktstraße weiter, kommt man direkt zur alten Fischerkirche St. Lorenz, die nach mehreren Bränden im 16. Jahrhundert wiedererrichtet wurde. Der 62 Meter hohe Turm wurde im Jahre 1620 vollendet. Sie war früher der Mittelpunkt Travemündes und ist heute die Heimat der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Beeindruckend ist die bemalte Holzdecke, die im Jahre 1990 während der gründlichen Renovierung der Kirche freigelegt wurde. Gestiftet von der Bürgermeistertochter Anna Rodde schuf 1723 Hieronymus Jakob Hassenberg den Altar.

In der Torstraße Nummer 1 am befindet sich das „Seebadmuseum“, in dem die Geschichte Travemündes von 1802 bis heute nacherzählt wird. Zu den Themen Bademode, Fischerei, Schifffahrt und Fliegerei machen Filme, Hörstationen und viele Exponate die Geschichte erlebbar. Gegenüber dem Seebadmuseum liegt der Travemünder Markplatz. Hier lohnt ein Blick auf den Brunnen, an dem Kinder dem Travemünder Geschichtenerzähler Otto Timmermann lauschen.